Angst – eine seelische Reaktion

Jeder kennt bestimmte Ängste. Sie sind normal und wichtig, denn sie schützen uns vor unüberlegten Handlungen und gefährlichen Dingen. Kleine Kinder haben Angst davor, dass sie allein gelassen werden oder entwickeln für Erwachsene irrationale Ängste vor Monstern und der Dunkelheit. Meist stecken psychische Probleme dahinter oder es werden Dinge verarbeitet, die das Kind gesehen oder erlebt hat. Doch auch Erwachsene leiden unter Ängsten, wobei deren Wurzeln oft in der Kindheit liegen und aus einem Trauma rühren.

Wie gefährlich sind Ängste?

Die Angst an sich ist nicht gefährlich, sie versetzt den Körper aber in einen Stresszustand. Die damit verbundenen Auswirkungen hingegen können gefährlich sein: Herzrasen und ein dauerhaft erhöhter Adrenalinspiegel machen krank. Auch Magenbeschwerden bis hin zu Magengeschwüren können auftreten, ein Aussetzen des Herzschlags ist ebenfalls möglich. Doch Angst wirkt sich auch auf die Seele aus und belastet diese. Depressive Verstimmungen bis hin zu Depressionen können die Folge sein. Unrealistische Ängste sind gefährlich, sie bieten keine Schutzfunktion wie eine reale Angst, sondern sie sind eine enorme Dauerbelastung für Körper und Seele. Sie können in eine psychische Erkrankung führen, aus der nur noch eine psychologische Betreuung heraushelfen kann.

Reale Angst: Ein wichtiger Schutz für den Menschen!

Es muss unterschieden werden zwischen der realen Angst und der Angst, die aus psychischen Problemen entsteht, die durch Misshandlungen, Traumata und Vernachlässigung aufgetreten ist. Die reale Angst ist ein wichtiger Schutzmechanismus, denn sie versetzt den Körper durch die Ausschüttung von Adrenalin in einen Zustand höchster Alarmbereitschaft. Wir schrecken vor Dingen zurück oder flüchten schneller, entwickeln erstaunliche Kräfte. Der Mensch wird durch Angst davor geschützt, Dinge zu tun, die Leib und Leben gefährden könnten.

Was kann jeder gegen Ängste tun?

Zunächst einmal ist es wichtig, zu erkennen, woher die Ängste stammen. Haben sie sich im Laufe der Zeit entwickelt, weil man selbst schlechte Erfahrungen in der Kindheit machen musste, wenig Liebe erfahren hat oder keine Hoffnung auf ein besseres Leben hat? Oder handelt es sich um die typische Angst einer Mutter um ihr Kind, das sie übermäßig stark beschützen möchte? Spätestens dann, wenn die Angst beginnt, den Alltag einzuschränken, ist es an der Zeit, etwas dagegen zu tun. Ehe eine psychische Erkrankung daraus erwächst, ist ein Gespräch mit dem Psychologen wichtig, denn er kann einschätzen, ob bereits medizinischer Handlungsbedarf besteht oder ob beispielsweise Gespräche mit anderen Betroffenen ausreichend sein können. Ein Psychologe oder Psychiater kann den Ängsten auf den Grund gehen und gemeinsam mit dem Patienten findet er heraus, ob die Ursachen für die Probleme in der Kindheit liegen (häufig durch Vernachlässigung, übermäßige Strenge, Demütigungen und körperliche Verletzungen) oder ob es in jüngster Vergangenheit einen Auslöser gab. Die Hoffnung, die die meisten Patienten schon nach wenigen Sitzungen verspüren, lässt Ängste merklich weniger werden. Es ist wichtig, dass jeder selbst Mittel und Möglichkeiten an die Hand bekommt, mit denen er in Angst einflößenden Situationen oder bei Panikattacken reagieren kann. Ein „Nun hab dich doch nicht so!“, wie es leider von vielen Freunden und Angehörigen in solchen Situationen zu hören ist, hilft nicht weiter und ist nur trauriger Ausdruck der Überforderung der betreffenden Personen. Gegen Ängste hilft nur fachkundige Hilfe!

Lesen Sie im nächsten Beitrag: Wann macht Angst krank?

 

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