Manche Tränen trocknen nie…..

Manche Tränen trocknen nie…..

Dieser Beitrag gehört zu meinen persönlichen Erfahrungen, die zwar lange zurückliegen und dennoch heute eine große Rolle in meinem Leben spielen. Diese möchte ich mit Euch teilen!

Als Kleinkind geboren in einer Kleinstadt im Schwarzwald habe ich früh erfahren, dass meine Mutter mir nicht die Nestwärme vermitteln konnte wie ich sie bei meiner kleinen Kindergartenfreundin und ihrem Zuhause erleben durfte. Es genügte mir mit meiner Freundin Inge -liebevoll „Schnecki„- genannt in den Bergen herumzuklettern. Mein Zuhause war vergessen und es gab regelmäßig heftige Schläge, wenn ich zu spät nach Hause kam. Oft ging meine Mutter soweit, mich sofort in den dunklen Keller zu sperren, bis Nachbarn mich klopfen hörten, dann war der Spuck zu Ende.

Im späteren Leben erfuhr ich von meiner Mutter, was sie alles getan habe in ihrer Schwangerschaft, um zu verhindern, dass ich auf die Welt komme. Es hatte nicht funktioniert. Meine Heimat, meine Freundin Schnecki war fortan der einzige Trost, bis sich mein Vater (Stiefvater) wie ich später erfuhr, entschloss –vor meinem Schulabschluss- nach Niedersachsen in seine Heimat mit uns zu ziehen. Ein schwarzer Tag in meinem Leben. Dort angekommen bei winterlichen Temperaturen weit und breit nichts nur am Horizont ein Haus stampften meine Mutter und ich durch dicken Schnee, um das Haus zu erreichen, wo wir wohnen sollten. Ein Zimmer mit Nebengelass es war schockierend, ich wusste, dort werde ich nie bleiben können und doch sollte es so sein. Mein Vater baute sich im Laufe der Zeit eine Firma auf, war fast nie zuhause, in dieser Firma absolvierte ich später  meine Ausbildung. Nichts deutete darauf hin, dass ich in Abwesenheit meiner Mutter von ihm missbraucht wurde. Es war –  wie ich später erfuhr – mein Stiefvater, mein leiblicher Vater kenne ich bis heute nicht. Meiner Mutter hatte ich mich anvertraut, die gar nicht so sehr überrascht von diesem Vorfall  war, denn sie kannte ihren Mann. Von dort an war ich ihre Konkurrenz. Meine schulischen Leistungen waren katastrophal, so dass sich ein glücklicher Zufall ereignete; die Zensuren aus meiner Heimat wurden anerkannt, damit hatte ich einen guten Schulabschluss. Im Nebengelass dieses Hauses stand meine Schlafcouch, dort sollte ich schlafen. Nacht fand ich keine Ruhe und wurde  durch Klopfgeräusche von einem Nachbarsohn, den ich inzwischen kennengelernt hatte besucht. Wir freundeten uns an. Er lud mich zu einem Kinobesuch ein, er  war liebevoll, nett und freundlich  endlich Jemand, dem ich vertrauen  konnte. Als ich mit siebzehn Jahren ein Kind von ihm erwartete und ich im elterlichen Betrieb meine Ausbildung absolvierte war es für meine Mutter eine beschlossene Sache, dass ich heirate. Dabei nahm die Tragödie weiter ihren Lauf. Bald stellte ich fest, dass mein Mann einem Verein angehörte und Alkohol eine große Rolle spielte was bedeutete, dass ich in diesem Zustand  regelmäßig misshandelt und missbraucht wurde immer und immer wieder. Die Reaktion meiner Eltern „mal wieder von der Treppe gefallen“ als sie meine Verletzungen sahen und ich wusste, sie würden mir nie helfen aus diese Hölle zu entkommen. Zwei Jahre später kamen meine Töchter zur Welt, mein Versuch das Leben zu akzeptieren wie es war, gelang mir nicht, die Hoffnung auf ein anderes Leben schien unerreichbar geworden. Nach neun Jahren gelang mir die Flucht in einer“ Nacht und Nebel Aktion“. Das Problem, dass mein Mann oft nach seinem Alkoholgenuss  nicht zur Arbeit ging, war sehr groß auch meine Schwiegermutter wusste nichts von meinem Vorhaben, die eine Tür weiter wohnte. Die Kinder waren bei Oma und Opa untergebracht, mein Körper zitterte vor Angst und Aufregung als ich sah, dass die Mutter meines Mannes auf dem Fahrrad mir ankündigte, sie würde ihren Sohn holen und so war es auch. Die Helfer dieser Aktion bat ich  so schnell es ging, mich mitzunehmen und sah wie mein Mann inzwischen uns verfolgte bis zu meiner neuen kleinen Wohnung, die ich heimlich angemietet hatte. Öfter in der Woche  sah ich mein Verfolger im Dunkeln vor meiner Wohnung stehen. Eines Tages war ich in meinem noch leeren Wohnzimmer als ein heftiger Knall meine Terrassen Tür  zerstörte, dann war er drin. Die Nachbarn hatten bereits die Polizei geordert, die ihn aus meiner Wohnung unter seinem heftigen Protest „er würde mich umbringen“ festnahmen.

Spätestens da wusste ich, wir sind in Sicherheit!

Die Zeit nach dieser Tragödie war alles andere als einfach, den Mut, die Entschlossenheit aufbringen für ein besseres Leben für die Kinder und mich kann ich jeder Frau ans Herz legen, die in ähnlichen Situationen leben müssen.

Warum ich meine Story mit Euch teile ist leicht zu beantworten, auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit sind  meine Kinder Opfer  dieser Tragödie, Geborgenheit, Schutz und  eine glückliche Kindheit  haben sie nicht kennengelernt. Da ich weder Unterhalt für die Kinder und mich bekommen habe, war es zwangsläufig notwendig geworden  ganztags  zu arbeiten.

Viele Frauen müssen ähnliches erleben wie zerstörend  so ein Schicksal sein kann, deshalb  möchte ich Frauen ermutigen, dass sie kein Opfer sein dürfen und den Boden unter den Füßen zu verlieren. Chancen nutzen, beruflich unabhängig zu sein,  Informationen sammeln! Eine gute Adresse für unverschuldete Opfer solcher Straftaten ist der  Weisser Ring, ein gemeinnütziger Verein, der in solchen Fällen Unterstützung bietet.

Hilfe und Unterstützung?

Rhena Hieke-Rössler

Tel. 06131/83 03 58

Mail: hieke.rhena@weisser-ring.de

Website: luebeck-schleswig-holstein.weisser-ring.de

Wünsche Euch eine gesunde und stressfreie Vorweihnachtszeit!

Eure Uschi Kunstmann

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