Gewalt in der Beziehung: Wehret den Anfängen!

Statistiken berichten davon, dass rund jede vierte Frau zwischen 16 und 85 Jahren mindestens einmal von Gewalt in der Ehe oder der Beziehung betroffen ist. Besonders schlimm war es noch vor wenigen Jahren, als die Abhängigkeit vom Partner deutlich größer war – er war der Versorger der Familie und genoss scheinbar sämtliche Rechte. Heute finden Frauen in unterschiedlichen Organisationen Schutz und Hilfe.

So sah es früher aus

Der Mann war der Versorger der Familie, er brachte das Geld nach Hause. Allerdings schien im damit auch erlaubt, seine Frau und die Kinder als Ventile für sämtliche Launen zu missbrauchen. Oft reichten schon Kleinigkeiten, damit der Patriarch aus der Haut fuhr und ihm „die Hand ausrutschte“. Außer Schlägen waren auch Vergewaltigungen in vielen Beziehungen an der Tagesordnung. Leider hat sich das selbst in unserem Kulturkreis bis heute nicht komplett gewandelt. Immer noch gibt es Männer, die der Meinung sind, über ihre Frauen bestimmen zu können und sie ihnen gefügig machen zu dürfen. Teilweise werden Frauen bewusst „klein“ gehalten, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden mit allen Mitteln gebrochen. Wer dann keine starke Freundin als Ansprechpartner zur Verfügung hat oder vor lauter Scham allen Außenstehenden gegenüber schweigt, wird nicht nur zum körperlichen, sondern auch zum seelischen Opfer, denn die Folgen der Misshandlungen sind nicht nur momentan sicht- und spürbar. Sie wirken sich auf das gesamte Leben aus. Daher kann nur allen Frauen geraten werden, es nicht als selbstverständlich anzusehen, wenn sie misshandelt werden. Männer sind kein Stück besser, nicht schlauer oder fähiger. Durch Ungerechtigkeiten der Wirtschaft verdienen sie mehr, das ist aber auch alles.

Unterstützung für Frauen

Gewalt ist nicht nur, wenn der Mann zuschlägt oder seine Frau bzw. Lebensgefährtin vergewaltigt. Auch psychische Demütigungen und Beleidigungen sowie die Beschädigung des Eigentums der Frau zählen darunter. Darf die Frau das Haus nicht mehr verlassen, wird sie ständig kontrolliert und darf keinen Kontakt zu Freunden und Freundinnen haben, zählt das ebenfalls als gewalttätige Handlung.
Frauen sollten sich immer dessen bewusst sein, dass Gewalttaten Straftaten sind und als solche behandelt werden müssen. Die Polizei ist der erste Ansprechpartner, sie kann die Betroffene aus der Situation herausholen. Auch das Hilfetelefon ist eine gute Anlaufstelle, dort erhalten die Frauen ebenso wie beim Weißen Ring weitere Informationen zum Opferschutz und bekommen Kontaktmöglichkeiten zu Frauenhäusern und anderen Interventionsstellen in ihrer Nähe genannt. Verschiedene Beratungseinrichtungen haben sich darauf spezialisiert, auch Kinder aufzunehmen sowie deren Mütter zu eventuellen Spätfolgen zu beraten. Denn diese sind nicht zu unterschätzen, wobei das Ausmaß der Spätfolgen vom Grad der erlebten Gewalttaten und vom Alter des Kindes abhängt. Häufig treten Angstzustände und Konzentrationsstörungen auf, die von Außenstehenden, oft nicht erklärt werden können.

Unabhängigkeit ist wichtig

Frauen müssen in jedem Fall versuchen, von ihrem Partner unabhängig zu werden. Sie sollten immer ein eigenes Konto behalten, auf das auch der Partner keinen Zugriff erhält. Sie sollten darauf bestehen, persönliche Freiheiten zu genießen, sich mit Freunden zu treffen und sich das zu kaufen, was sie gern wollen. Erklärungen sind teilweise nötig, Kontrolle durch den Partner führt rasch in eine gesteuerte Abhängigkeit. Treten erste Probleme auf, hilft es meist, mit einer Freundin darüber zu sprechen oder sich eine Beratung bei den Helfern des Weißen Rings zu holen. Werden Sie bei den ersten Anzeichen möglicher Gewalt aufmerksam!

Benötigen Sie Hilfe und Unterstützung?

Rhena Hieke-Rössler

Tel. 06131/83 03 58
Mail: hieke.rhena@weisser-ring.de

Website: luebeck-schleswig-holstein.weisser-ring.de

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